Logopädie Grafische Darstellungen

Motorsport ist längst eine sehr professionelle Leistungssportart. Der Pilot steht im ständigen Kontakt mit seinem Team. Kommunikation ist ein wesentliches Element im Motorsport. Eine klare und verständliche sowie präzise Kommunikation ist unerlässlich im Sportwagen. Durch eine Logopädische Untersützung kann der Rennfahrer evtl. Defizite ausgleichen. Nichts ist ärgerlicher, als dass durch ein Kommunikationsproblem falsche Entscheidungen im Racing getroffen werden. Gerade die Kommunikation über Funk ist bereits als solches schwer. Eine verständliche Sprache dir für alle verständlich ist wird benötigt. Fachbegriffe und Abkürzungen müssen präzise formuliert werden…

Logopädie: Grafische Darstellungen (Zeichnungen, Bilder) und Fotos

Bei individuellen grafischen Darstellungen ist laut Bertin das Erfassen der Bedeutung des z.B. Gezeichneten, im Gegensatz zur Identifizierung von Symbolen, dadurch erschwert, dass Grafisches zumeist nicht auf Konventionen beruht. Man könne also nicht dem Schema Sender Code Empfänger folgen, sondern „Sender und Empfänger stimmen in Bezug auf das Ziel überein: Beziehungen zu erfassen.“ Hiermit meint der Autor die Beziehungen zwischen den Zeichen, also beispielsweise deren Anordnung, die Auskunft gibt über Anordnungsbeziehungen, deren Ähnlichkeit, die Auskunft gibt über Ähnlichkeitsbeziehungen, etc. Gebunden sei man durch die Eigenschaften der visuellen Variablen. Dies erschwere die Erfassung der Bedeutung des Dargestellten. Gleichzeitig kann Gezeichnetes und Gemaltes hohen Symbolwert besitzen. „Ein Bild erfährt seinen Symbolwert aus Kultur, Lebensumfeld, Naturgegebenheiten, sozialem Gefüge und persönlicher Lebensgeschichte.“ Es stellt somit für denjenigen, der es anfertigt, zumeist ein eindeutiges Sinnbild dar. Derjenige, der es interpretiert und nicht um die zuvor genannten Merkmale weiß, sieht sich mit Mehrdeutigkeit konfrontiert. Abgesehen von den potentiell auftretenden Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Darstellungen formulieren Henschke/ Nagel folgende Qualitäten von Grafik.

Logopädie

Als Ziel, das man mit der Verwendung grafischer Darstellungen in der Kommunikation verfolgt, nennt Bertin die rasche Wahrnehmung und Speicherung des Dargestellten. Wichtigste Bedingung hierfür sei, dass dem Kriterium der Einfachheit gefolgt werde.

Laut Kristen können mit Zeichnungen individuelle Kommunikationsinhalte dargestellt und „aktuelle Ereignisse, Entscheidungen oder Erfahrungen festgehalten werden“. Fotos bieten ihrer Meinung nach Gelegenheit, über spezifische Personen, Aktivitäten, Gegenstände, Situationen und Orte zu kommunizieren. „Fotos fordern zum erzählen auf und […] können Wünsche transparenter machen.“

Die genannten Kommunikationshilfen können in individuell erarbeiteten Kommunikationsbüchern (z.B. Fotoalben, Ringbüchern) zusammengestellt werden, in denen das für den Benutzer wichtige Vokabular somit komprimiert und ggf. thematisch geordnet abgebildet ist. Tesak betont jedoch, dass die Akzeptanz solcher Kommunikationsbücher bei Menschen mit Aphasie und deren Bezugspersonen im Alltagsleben häufig gering sei. Er vermutet, dass sich die betroffenen Personen durch die Verwendung jener Kommunikationshilfe als zu auffällig erleben in Bezug auf die dadurch, unabhängig von den tatsächlich intendierten Kommunikationsabsichten, gegebene äußere Erkennbarkeit ihrer Sprach- und Kommunikationsstörung.

Praxisempfehlung für eine Logopädie in Kiel

Praxis für Logopädie in Kiel

Tanja Kunkat

Wiener Allee 36

24147 Kiel-Elmschenhagen

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Elektronische Kommunikationshilfen

Im Gegensatz zu den bisher angeführten nicht-elektronischen Kommunikationshilfen handelt es sich bei den hier genannten um mit spezieller Kommunikations-Software versehene Computer (Talker), welche die Speicherung und den Abruf von häufig verwendeten Kommunikationsinhalten erlauben. Neben stationären Geräten  existieren, ein weites Spektrum umfassende, portable Kommunikationshilfen. Hierzu zählen Geräte mit Schriftausgabe, solche mit digitaler Sprachausgabe und begrenzter Kapazität, jedoch auch vermehrt komplexe Geräte mit synthetischer Sprachausgabe und hoher Speicherkapazität. Die `Tasten` der Geräte sind zumeist mit einer Auswahl der im vorangegangenen Kapitel abgedruckten Symbole und Bilder versehen, auf die der Benutzer, seinen Fähigkeiten entsprechend, entweder durch direkte Selektion zugreifen kann, oder aber indirekt mit Hilfe von so genannten Scanning-Methoden, bei denen die elektronische Kommunikationshilfe verschiedene Wahlmöglichkeiten anbietet. Die Bedienung löst dann die jeweils mit dem Symbol verknüpfte Äußerung aus. Durch bestimmte Tastenkombinationen können grammatikalisch korrekte Sätze geäußert werden. Die individuelle Programmierung durch den Benutzer ist möglich. Das Vokabular wird somit durch abgebildete konkrete Objekte, Fotos, Zeichnungen oder piktografische bzw. ideografische Symbole (Symbolsammlungen, Symbolsysteme) dargestellt. Hauptanliegen und schwer lösbare Aufgabe zugleich ist es, dem Benutzer ein alters- und entwicklungsangemessenes Vokabular bereit zustellen, „das seinen individuellen kommunikativen Bedürfnissen gerecht werden kann  und […] gleichzeitig möglichst vielseitige Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen soll.“

Als Funktionen jener speziellen Kommunikationshilfen nennt Herrmann die sprachliche Handlungen ersetzende, unterstützende, ergänzende und initiierende Funktionen.

In Bezug auf alle bisher vorgestellten Kommunikationshilfen und deren potentiellen Einsatz in der Aphasietherapie gibt der Autor zu bedenken: „Einige Verfahren […] verlangen ein Abstraktionsvermögen, welches viele Patienten nicht oder nicht mehr erbringen können. Schließlich sollte genau überdacht werden, welche Funktion ein bestimmtes nonverbales Medium im Therapieprozess haben soll.“ Das bedeutet, im Falle der Arbeit mit den Eheleuten S. werden wiederum ihre individuellen Schwierigkeiten und Stärken, sowie ihre  persönlichen Bedürfnisse für mein therapeutisches Handeln richtungweisend sein.

Über die Funktionen nonverbaler Kommunikation im Allgemeinen soll das folgende Logopädie Kapitel Aufschluss geben.

Funktionen nonverbaler Kommunikation

Nonverbale Signale helfen in entscheidendem Maße dabei, den Ablauf von Kommunikationsprozessen zu regeln (Regulationsfunktion nonverbaler Zeichen). Sprecher- und Hörerrollen werden zugewiesen (turn- taking- Mechanismus) und verteidigt. Mit nonverbalen Zeichen können Rückmeldungen gegeben werden (Reaktionsfunktion nonverbaler Zeichen), man bekundet Verstehen, Ablehnung, etc.. Es werden Relationen zwischen den Dialogpartnern vermittelt (Relationsfunktion nonverbaler Zeichen), z.B. Sympathie, Symmetrie oder Asymmetrie der Statusverhältnisse. In dem man durch Körperhaltung, Mimik, Gestik, Blickverhalten etc. auszudrücken vermag, wie es um die Aufmerksamkeit, Kommunikationsbereitschaft, Dominanz und den Status, sowie um Einschätzungen und Bewertungen des Partners bestellt ist, definieren nonverbale Kommunikationselemente gleichsam interpersonale Beziehungen. Die damit im Zusammenhang stehenden Phänomene wie „Rollenerwartungen und -ansprüche in Bezug auf die Dominanz bzw. die Unterwürfigkeit der Partner, werden vor allem durch Hand- und Kopfbewegungen, die interpersonelle Distanz, Blickkontakt und den Klang der Stimme ausgedrückt.“ Watzlawick u. a. halten diesbezüglich in einem ihrer pragmatischen Axiome fest: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“ Diese Definition interpersonaler Beziehung im Sinne von `Kommunikation über Kommunikation` ist demnach in jedem Kommunikationsprozess implizit vorhanden und  wird vornehmlich nonverbal vermittelt. Der dadurch dargestellte Beziehungsaspekt bildet die Grundlage der inhaltlichen Kommunikation. Ebenso dienen nonverbale Kommunikationsanteile dem Ausdruck von Gefühlen, Absichten, Eigenschaften der Persönlichkeit und Herkunft. Sie besitzen somit `Expressionsfunktion`. In Anlehnung an Scherer sind noch weitere Funktionen nonverbaler Kommunikation in Gesprächen zu nennen:

  • Nonverbale Elemente können Verbaläußerungen ersetzen  (substituierende Funktion).
  • Nonverbale Elemente können gleichzeitig mit sprachlichen verwendet werden und diese
    somit begleiten, unterstützen, verstärken oder illustrieren (Amplifikationsfunktion).
  • Nonverbale Elemente ermöglicht es dem Handelnden, dem Bedeutungsgehalt der verbalen
    Äußerung mit seinen nonverbalen Zeichen zu widersprechen (Funktion der Kontradiktion).
  • Nonverbale Elemente können, wenn sie verbale Inhalte abschwächen oder subtil
    beeinflussen, diese modifizieren (z.B. besitzt das entschuldigende Lächeln bei einer Absage
    modifizierende Funktion).
  • Nonverbale Elemente markieren den Rhythmus des  Sprechens (Funktion der Segmentation
    des Sprachflusses).

Hermann bemerkt jedoch kritisch, dass man, wenn man die Kommunikation von Menschen mit Aphasie betrachten wolle,  ein anderes Bezugssystem heranziehen müsse, da sich jenes von Scherer auf die in der Regel nicht durch eine Sprach- und Kommunikationsstörung beeinträchtigte Kommunikation zwischen Partnern beziehe. Er geht davon aus, dass die unter Umständen eingeschränkte nonverbale Kommunikationsfähigkeit eines Menschen mit Aphasie auch von dessen Kommunikationspartner die Verwendung sonst unüblicher Techniken verlange, womit er dementsprechend andere Funktionskategorien vorschlägt…

Weiterführende Links

  • Auf der Seite logopaedie.first-person-view.de geht es um Sender und Empfänger, um die Seite einer Nachricht, Empfangsgewohnheiten, analoge Kommunikation, Nonverbales Kommunikationsverhalten und um Bedeutungszuweisungen.
  • Weiter geht es auf logopaedie.macondaily.com mit Kommunikation und Logopädie, Kommunikationstheoretische Grundlagen
  • Bei logopaedie.uais.org finden Sie noch Infos zur Zwischenmenschlichen Kommunikation, zum kreisförmiger Rückkoppelungsprozess, zu subjektiven Wirklichkeiten und zum Verantwortungsbewusstsein.

Logopädie Praxis in Kiel